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Longevity oder gesundes Leben und Altern


Fast täglich erscheinen zur Zeit Bücher über "Verjüngen" und "Longevity". Sie erzählen in der Einleitung von phantastischen Erfolgen der Medizinforschung, etwa dass sich die Hautzellen einer 53jährigen in einer Petrischale um 30 Jahre verjüngt habe, dass bald die Lebenszeit auf 150, 200 Jahre ansteige,  um daran ein Buch über eine 3500 Jahre alte Wissenschaft - nämlich Ayurveda - anzuschließen. Wer sich in Ayurveda etwas auskennt, erfährt wenig neues, wer sich nicht darin auskennt, sollte sich besser Primärliteratur besorgen.

Ende 2024 lebten 17.900 Über-Hundertjährige in Deutschland. Allerdings nimmt man heute an, dass sich die maximale Lebenserwartung kaum verändert und recht konstant bei 120 Jahren bleibt.

Und auch im Buch des Longevity-Papstes, P.Attiya, "Outlive" wird man nichts finden, was wirklich zur Longevity beiträgt. denn, wie er selbst schreibt "..schlecht gemachte Epidemiologie (..) macht aus solchen Mücken gerne Elefanten" und "Nahrung ist so komplex, aus Tausenden chemischer Komponenten in Millionen möglicher Kombinationen zusammengesetzt, und sie kann mit dem menschlichen Stoffwechsel in so vielfältiger Weise interagieren, dass die Epidemiologie mit ihren Mitteln schlicht nicht in der Lage ist, die Wirkung jedes einzelnen Nahrungsmittels herauszufiltern". Wenn man von falschen Voraussetzungen und Theorien ausgeht und dann auch noch die prinzipiellen Wirkungszusammenhänge nicht kennt oder versteht, wird man bei einer solchen Voraussetzung über Jahrzehnte forschen, ohne wirklichen Erkenntnisgewinn. 
Und selbst, wenn Erkenntnisse auf der Hand liegen "Während das NIH-Affenfutter etwa 4 Prozent Zucker enthielt, waren es bei dem Futter für die Wisconsin-Affen sage und schreibe 28,5 Gewichtsprozent." stellt sich für ihn die Frage " Könnte das als alleiniger Grund ausreichen, um den Unterschied in den beobachteten Lebensspannen zu erklären?" wird es zerredet mit dem Schluss: "das Futter für die NIH-Affen war von wesentlich besserer Qualität" obwohl er an anderer Stelle konstatiert "je höher der Blutzuckerwert, desto höher das Sterberisiko".  Zu seiner Ehrenrettung nicht unerwähnt bleiben muss, dass ein ganzes Kapitel sich der nicht-alkoholbedingten Fettleber widmet und dem Glucosestoffwechsel.  Meine Haltung zu diesem New-York-Times-Bestseller-Buch kann ich vielleicht so beschreiben: Das Wort Mikrobiom hat es zwar auf Seite 395 geschafft einmal erwähnt zu werden, kommt aber noch nicht einmal im Stichwortverzeichnis vor.  Und auch der Darm kommt nur in Form von Darmkrebs und Darmspiegelung vor. Muss ich wirklich mehr sagen?

Im Herzen des Silicon Valley entstand dieser neue Longevity-Hype. Es geht um länger und besser leben. Für Tech-Milliardäre ist Longevity ein großes Thema: Sie investieren viel Geld in Biotech-Unternehmen, die nach Wegen suchen, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Der Longevity-Hype im Silicon Valley produziert zwar hochwertige Forschung, aber auch eine Privatisierung der Grundlagenforschung. Was mit den in hohen Mauern eingezäunten und mit Wachhäuschen und mit Maschinenpistolen bewachten Prominentensiedlungen in den USA begann, setzt sich jetzt in Wissenschaft und Forschung fort.

Und selbst Geheimnisse in diesen Longevity-Büchern, wie "Der große Einbruch an Lebensqualität erfolgt laut Erhebungen der Krankenkassen in den letzten zehn Lebensjahren " sind keine Neuigkeiten. Um dann zu fragen: "Kennen Pflanzen die Geheimnisse, die in der Natur verborgen liegen? Die Juwelen der ayurvedischen Medizin, die Rasayanas, werden Sie staunen machen."

Interessant ist vielleicht für Außenstehende "Der große Gamechanger für mich als Schulmediziner war es zu erkennen, dass der Ayurveda den Schwerpunkt auf die tägliche Gesundheitsfürsorge legt. Im medizinischen Studium geht es ausschließlich um Krankheiten, Gesundheit spielt eigentlich keine Rolle." Man konnte es aber auf dieser Site schon lange lesen, also auch kein Geheimnis.

Diese Site handelt vom selben Gegenstand, verspricht keine 200 Jahre Lebenszeit und kann Ihnen keine Hoffnung auf 30 Jahre verjüngte Haut machen, versucht aber in leisen Tönen dem auf die Spur zu kommen, was vitalste Menschen in den letzten zehn Jahren ihres Lebens insgesamt gebrechlich werden lässt, wie sie sich dies nie hätten vorstellen können.

Diese Site bietet ein neues Verständnis dieser Vorgänge zur Diskussion an. Sicher noch mit Fehlern behaftet, wie könnte es anders sein bei einer vollkommen neuen Sichtweise. Diese Site glaubt übrigens nicht, dass es nur die letzten 10 Jahre sind, die diesen rapiden Abwärtstrend ausmachen. Die letzten 10 Jahre wird nur eben offensichtlich, was lange Jahre unterschwellig sich vorbereitet hatte, dass man im Grunde sehr viel früher gegen den Abbau - um es neutral auszudrücken - hätte vorgehen müssen. Und hier sind wir wieder bei unserer aktuellen Medizin und Ayurveda: es geht nicht um Krankheit - wenn sie auftritt, ist es meistens viel zu spät, wirklich dagegen zu halten, sondern um Gesundheit. Unsere heutige Medizin reagiert darauf mit Operationen oder aber Dauerbehandlungen: sie heilt nicht, sie dauerbehandelt.

Warum kann unsere heutige Medizin Bluthochdruck - der fast 50% der Bevölkerung betrifft - nicht heilen, sondern nur in eine Dauerbehandlung verwandeln? Man gewinnt insgesamt den Eindruck, dass es allgemein nicht um Heilung geht, sondern um eine Chronifizierung, eine Umwandlung in eine Dauerkrankheit geht, die entsprechend eine Dauerbehandlung erfordert. Arzt und Pharmaindustrie verdienen dadurch ein Leben lang an ihren Patienten.

Unsere heutige Medizin heilt nicht, sie dauerbehandelt  Hypertonie, Asthma, Multiple Sklerose, Diabetes, rheumatische Erkrankungen, Morbus Crohn und neuerdings auch Krebs, um nur einige zu nennen. Und selbst Statine muss man ein ganzes Leben nehmen.  Die Nebenwirkungen und Folgen dieser Dauerbehandlungen, dieses Kurierens an Symptomen, gar nicht erwähnt. Chronifizierung beschreibt den Prozess, bei dem akute Beschwerden nicht geheilt werden, sondern als dauerhaft bestehende Symptome fortbestehen.   Aber selbst Husten und Schnupfen dauern bei Arztbesuch 4 Tage, ohne genau so lange. Und in den wenigen Fällen, in denen die Medizin heilt - etwa mit Antibiotika - zeigen sich heute die gravierenden Folgen von Antibiotikatherapien.

Vor dem Versprechen von Longevity, von 150, 200 Lebensjahren und mehr, sollte uns die Medizin zuerst einmal eine Heilung unserer Gebrechen anbieten, ein gesundes Leben anbieten. Es ist dieses aus den USA herüberschwappende übertreibende Werbeversprechen, Reklamegeschrei, irreführende Werbung,  hohle Narrativ, das auch bei uns mittlerweile in Politik und Gesellschaft um sich greift. Diese Verkäufer-Sprache war früher in Europa als Angeber-, Großsprechersprache gebrandmarkt und hatte zumindest in der Wissenschaft absolut nichts zu suchen.

Andererseits muss man aber natürlich feststellen, dass sich auch in der Medizin einiges gewandelt hat und dabei ist, sich zu wandeln. Eine junge, neue Generation von Medizinern wächst heran, die neue Sichtweisen entwickelt. Insbesondere die Ernährungsmedizin und hier natürlich Dr Michalsen haben gewaltige Fortschritte gemacht, aber auch Mediziner wie Dr Bauhofer (obwohl in seinem Buch 'aktiv verjüngen' auch durchweg Radikalen-Fänger Sätze "in der Natur bieten Polyphenole den Pflanzen eine Art UV-Schutz...", oder "wirkt Sulforaphan antioxidativ" oder "Polyphenole wirken antioxidativ, sie fangen freie Radikale"zu finden sind) der sich tief in Ayurveda eingearbeitet hat, brechen viele verknöcherte Strukturen auf und haben ein neues Verständnis. In diesem Hintergrund ist hoffentlich auch diese Site zu sehen.

Gibt es Pillen zur Langlebigkeit?

Zur Zeit gibt es keine Medikamente, welche die Lebensspanne nachweislich verlängern. Allerdings gibt es Kandidaten, die zur Zeit untersucht werden:

  • Rapamycin erhalten Menschen nach einer Nierentransplantation, um Abstoßungen zu verhindern. Der Wirkstoff erhöht in Versuchen die Lebenserwartung einiger Tiere.
  • Metformin wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt und lebensverlängernde Effekte sind nicht von der Hand zu weisen.
  • Senolytika bewirkt Apoptose, lässt Zellen sterben, die sich nicht mehr teilen. Eine solche Substanz ist Tanespimycin. Beim Fadenwurm zeigt es lebensverlängernde Aspekte, bei Menschen können jedoch schwere Schäden entstehen. Tanespimycin wird zur Behandlung von Krebs untersucht, insbesondere bei jüngeren Patienten mit bestimmten Arten von Leukämie oder soliden Tumoren, insbesondere Nierentumoren.


Die grundsätzliche Frage, die diese Site beschäftigt, lautet, was liegt altersbedingten, degenerativen Erkrankungen zugrunde? Dass diese Site keine Lösung aus dem Hut hervorzaubern kann, sollte klar sein. Einzig eine Diskussionsgrundlage, eine neue Sichtweise will diese Site anbieten.


 

 
 
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