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Gleichgewicht, Reaktion und Bewegungskoordination lassen im Alter
nach. Schwindel, verminderte Beweglichkeit und nachlassende Sehschärfe
nehmen zu. Viele Faktoren tragen dazu bei, dass ältere Menschen im Alter
in ihren Bewegungen unsicher werden und stürzen – oft ohne dass sie selbst
ihre zunehmende Gebrechlichkeit bemerken.
- Schwächerer Gleichgewichtssinn und Schwindelanfälle: Der
Gleichgewichtssinn ist ein Zusammenspiel aus Augen, Innenohr und
Nervensignalen aus Muskeln und Gelenken. Leichte Einschränkungen durch
Alterungsprozesse, Schwindel oder Ohrprobleme können dramatische
Bewegungseinschränkungen und Unsicherheiten nach sich ziehen.
- Sehschwäche: Schlechteres Sehen im Alter führt dazu, dass
Hindernisse übersehen werden oder Entfernungen falsch eingeschätzt
werden. Schon eine nicht angepasste Brille oder schlecht sitzende
Brille kann ein Risiko darstellen.
- Abnehmende Muskelkraft und Balance: Der Gang
wird im Alter unsicherer und schnelle Ausgleichsbewegungen sind kaum
noch möglich. Die Muskulatur baut im Alter ab. Empfindungsstörungen in
Beinen und Füßen nehmen zu. Beine und Rumpf werden dadurch
weniger stabil.
- Fehlhaltungen, Schmerzvermeidungshaltung:
Dauerhafte Fehlhaltungen können dazu führen, dass Gelenke und Muskeln
verkürzt und versteift werden.
- Nebenwirkungen von Medikamenten: Mehrere Medikamente gleichzeitig
zu nehmen - wie im Alter nicht unüblich - kann immer mit
beeinträchtigenden Nebenwirkungen einhergehen. Mittel
gegen Bluthochdruck, Schlafstörungen, Depressionen oder Schmerzen
können Schwindel, niedrigen Blutdruck oder Müdigkeit verursachen.
- Gangunsicherheit durch akute Erkrankungen: Schlafmangel
und Infekte
– etwa ein Harnwegsinfekt, aber selbst Schnupfen und Husten – können
kurzfristig Verwirrtheit, Schwäche oder Gleichgewichtsstörungen
auslösen.
- Überlastung und Verletzungen: Übermäßiger Sport
oder körperliche Belastung kann zu Verletzungen und Sehnenschäden, -verkürzungen
führen, die die Beweglichkeit beeinträchtigen. Verletzungen, etwa an
Gelenken, können dazu führen, dass Bewegungen eingeschränkt werden
- Chronische Erkrankungen: Diabetes,
Herzinsuffizienz, Arthrose oder Durchblutungsstörungen vermindern
Kraft, Bewegungsausmaß und Belastbarkeit.
- Stolperfallen und ungünstige Wohnumgebung:
schlechte Beleuchtung, rutschige Läufer, Teppiche oder Böden ,
Teppichkanten und fehlende Haltegriffe
erhöhen das Risiko zusätzlich.
- Neurologische Veränderungen: Erkrankungen wie
Parkinson, Demenz oder Folgen eines Schlaganfalls oder
Polyneuropathie
beeinträchtigen Koordination, Reaktionszeit und räumliche
Orientierung.
Übungen zur Koordinationsstärkung und Beweglichkeit
Eine Beobachtung, die ihnen jeder Übungsleiter in Yoga-Kursen oder
Gymnastikkursen bestätigen kann, lautet: Aufstehen von Matten beginnt schon im
mittleren Alter zu Problemen zu führen, weil viele Übungsteilnehmer nicht mehr
von einer Matte aufstehen können, vom Boden nicht mehr hochkommen.
Entweder, weil sie es sprichwörtlich verlernt haben oder aber wirklich
nicht mehr hochkommen. Man muss diesen Menschen dann Hilfestellungen
anbieten, z.B. zuerst in eine Stellung auf Knien und Händen zu wechseln,
um dann einen Fuß vorzuziehen und damit in den Stand zu kommen. Aber
selbst dies kann wegen Unsicherheit im Gleichgewicht oder
Standunsicherheiten problematisch werden oder gar gänzlich scheitern.
Eine wesentliche Übung, die dann oft durchgeführt wird, ist, sukzessives
Wieder-Erlernen von Aufstehen ohne Gebrauch der Hände, wie dies
jugendliche Gymnastikteilnehmer ohne Probleme durchführen. Beweglichkeit
gehört zu unseren motorischen Grundeigenschaften und ist wichtig, um das
eigene Potential an Kraft, Schnelligkeit und Koordination zu erhalten und
voll entfalten zu können. Deshalb im Folgenden einige einfache Übungen, um
die Mobilität zu stärken:
1 Nacken Mobilität
- Übung: Nacken 5 Mal in die eine und 5
Mal in die andere Richtung kreisen, 3 Durchgänge auf jeder Seite.
- Tipp: Augen schließen für größere Entspannung.
- Übungsresultat: Entspannt und mobilisiert Nacken- und
Schultermuskulatur.
2 Brust- und Schultermuskulatur
öffnen und schließen
- Übung: Schultern zurückziehen und Arme seitlich ausstrecken.
Jede Seite 20 Sekunden halten, 2 Durchgänge pro
Seite.
- Tipp: Ein leichtes Ziehen
sollte spürbar sein, aber keine Schmerzen.
- Übungsresultat: Dehnt die Brustmuskulatur.
3 Arme kreisen
- Übung: Arme 5 Mal in eine und 5 Mal in
die andere Richtung kreisen, 3 Durchgänge auf jeder Seite.
- Tipp: Arme lang und locker halten, Tempo
wählen, das sich gut anfühlt.
- Übungsresultat: Mobilisiert Schultern und Arme,
erleichtert
Öffnung des Brustkorbes.
4 Knie Kreisen lassen
- Übung: Knie 5 Mal in eine und 5 Mal
in die andere Richtung kreisen, 3 Durchgänge auf jeder Seite.
- Tipp: Füße hüftbreit, Hände auf Oberschenkeln,
Knie gegengleich kreisen.
- Übungsresultat: Lockert Gesäß- und
Oberschenkelmuskulatur.
5 Seitliches Dehnen
- Übung: Zu einer Seite lehnen, kurz anhalten
und anschließend zur anderen Seite lehnen, 5-8 Wiederholungen pro
Seite. Normal atmen.
- Tipp: Füße weiter als hüftbreit, Oberkörper
nur zur Seite, nicht nach vorn oder hinten, Blick in den
ausgestreckten Arm.
- Übungsresultat: Lockert seitliche Bauch- und
Rückenmuskulatur, verbessert Beweglichkeit der Wirbelsäule.
6 Hüfte kreisen
- Übung: Hüften 5 Mal in eine und 5
Mal in die andere Richtung kreisen, 3 Durchgänge auf jeder Seite.
- Tipp: Füße hüftbreit, Knie minimal gebeugt,
Hüfte entspannen.
- Übungsresultat: Lockert Hüft- und Rumpfmuskulatur,
verbessert Beweglichkeit der Hüfte.
7 Füße kreisen
- Übung: Füße 4 Mal in jede Richtung kreisen, dann
Fuß wechseln.
- Tipp: Die Fußspitze sollte am Boden bleiben.
- Übungsresultat: Mobilisiert Sprunggelenke und
Unterschenkelmuskulatur.
8 Zehen berühren
- Übung: Langsam Wirbel für Wirbel nach
unten abrollen, unten kurz entspannen. Kopf locker hängenlassen.
Anschließend wieder Wirbel für Wirbel aufrollen. 5
Wiederholungen.
- Tipp: Übung nur immer so weit, dass keine
Schmerzen im Rücken entstehen. Bei Bedarf können die Beine gebeugt
werden. Der Boden muss nicht berührt werden.
- Übungsresultat: Lockert die gesamte Muskulatur der
Körperrückseite.
9 Tiefer Ausfallschritt mit
Schulterdrehung
- Übung: Großer Schritt nach vorne machen.
Oberkörper absenken, dass beim vorderen Bein ein
rechter Winkel entsteht. Das hintere Bein sollte nur knapp über dem
Boden schweben. Beide Schultern liegen auf einer Linie und zeigen nach
vorne. 5 Wiederholungen auf jeder Seite.
- Tipp: Die Hüftgelenke müssen auf einer Höhe
bleiben, das Becken sollte gerade sein.
- Übungsresultat: Dehnt und mobilisiert
Hüftgelenke und Sehnen, mobilisiert Wirbelsäule und Schultern.
10 Tiefe Kniebeuge mit
Rückenstreckung
- Übung: Wie bei einer Kniebeuge in die Knie gehen,
anschließend den Rücken durchdrücken und leicht nach
vorne lehnen. Kurz unten innehalten, bevor man wieder nach oben kommt.
- Tipp: Das Gewicht muss auf den Fersen sein,
Knie und Füße sollten in dieselbe Richtung zeigen. Wenn die Fersen vom
Boden abheben oder es schwer fällt, den Rücken gerade zu halten, kann
man etwas unter die Fersen legen.
- Übungsresultat: Mobilisiert Sprunggelenke und
Sehnen,
streckt den Rücken, öffnet die Brustwirbelsäule, kräftigt alle
beteiligten Muskeln.
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