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Pilzinfektionen bei Tieren |
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Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Pilzinfektionen bei Tieren. Die Phäohyphomykose (engl. Phaeohyphomycosis) bezeichnet eine chronische Infektion der Haut und Unterhaut mit verschiedenen pigmentierten Pilzen, die bei Rindern, Pferden, Katzen und Hunden vorkommt. Die Rindertrichophytie ist eine bei Hausrindern und auch bei anderen Wiederkäuern auftretende Dermatophytose, die vor allem durch Trichophyton verrucosum verursacht wird. Die Sinunasale Aspergillose (SNA) ist eine durch Schimmelpilze verursachte Entzündung der Nasenhöhle und der Nasennebenhöhlen bei Hunden. Die Sporotrichose oder Sporothrix-Mykose ist eine Pilzerkrankung, welche die tiefen Hautschichten, das Lymphsystem oder den ganzen Körper bei Menschen, bei Hunden, Katzen, Pferden, Rindern, Schimpansen und Ratten befallen kann. Die „Weißnasenkrankheit“ ist eine mit dem Pilz Pseudogymnoascus destructans in Zusammenhang stehende Mykose, die mehrere Arten von Fledermäusen befällt und zu Massensterben führt. Papageien leiden in Gefangenschaft oft unter einer Infektion durch die Gattungen Aspergillus, seltener auch Vertreter der Gattungen Mucor, Absidia (vor allem Absidi corymbifera), Rhizopus (vor allem Rhizopus oryzae) und Penicillium. Häufige Atemwegserkrankungen bei Papageienvögeln in Gefangenschaftshaltung sind darauf zurückzuführen. Das Black mat syndrome ('Schwarzmatten-Syndrom‘) ist eine Pilzerkrankung bei Krabben, die durch Trichomaris invadens hervorgerufen wird. Auch die lethargic crab disease ist eine Pilzerkrankung bei Krabben, die seit 1998 vor allem bei der Mangrovenkrabbe Ucides cordatus auftritt. Darmmykosen, durch Hefen verursacht, treten bei Kaninchen und pflanzenfressenden Nagetieren wie Meerschweinchen auf. Dermatophytosen beschränken sich auf keratinhaltige Gebilde wie die Hornschicht der Haut (Epidermomykose), Haare (Trichophytie oder Trichomykose) und Nägel bzw. Krallen (Nagelpilz, Onychomykose). Dermatophytosen zählen zu den häufigsten Zoonosen überhaupt und treten weltweit auf. Sie treten bei Säugetieren, Vögeln und Reptilien auf. Die Macrorhabdiose ist eine Darmerkrankunkung bei Kanarienvögeln. Pilzerkrankungen an Fischen, auch als Fischschimmel bezeichnet, kommen sowohl im Süßwasser, als auch in Salzwasser vor. Prinzipiell kann es jeden Fisch treffen. Bei Verletzungen der Schleimschicht kommt es an Kiemen, Maul, Augen und Flossen zu Verpilzungen. Anschließend breitet sich der Pilz auch auf innere Organe und Muskulatur aus. Verursacher dieser Pilzinfektionen sind Schimmelpilze der Gattungen Saprolegnia, Achlya und Dictyuchus. Ichthyophoniasis ist eine systemische Mykose die hauptsächlich bei Salzwasserfischen, aber auch bei Süßwasserfischen, auftritt. In Organen und Muskulatur finden sich mit Bindegewebe abgekapselte Granulome, die so genannten Sporen, bis zu einer Größe von 250 μm. Die Kalkbrut (Ascosphaerose, Ascosphaerosis larvae apium), eine Krankheit der Westlichen Honigbiene, wird durch den Pilz Ascosphaera apis verursacht. Bei der Krebspest handelt es sich um eine tödlich verlaufende Krankheit bei Flusskrebsen, die durch das Einbringen amerikanischer Flusskrebsarten in Mitteleuropa eingeschleppt wurde. Sie ist dabei, die einheimischen Krebse, insbesondere den Edelkrebs, in ihrem angestammten Lebensraum weitgehend auszurotten. Die Infektion erfolgt über Zoosporen des Fadenpilzes Aphanomyces astaci aus der Familie der Oomyceten, die sich mit Hilfe zweier Geißeln vom Überträger zum Wirt bewegen können. Bei Infizierung eines neuen Wirtes wirft die Zoospore die beiden Geißeln ab, bildet eine Zyste auf dem Wirt und versucht in die äußere Hautschicht einzudringen. Ophiocordyceps unilateralis ist eine besonders heimtückische parasitische Pilz-Art, die auf Ameisen wächst und deren Verhalten manipuliert. Die Pilzsporen keimen auf dem Exoskelett von Ameisen. Die Hyphen dringen in den Körper des Insekts ein und beeinflussen dessen Verhalten. Das Insekt bewegt sich nach einer Infektionsperiode von drei bis sechs Tagen an einen Platz, der für den Pilz optimale Lebensbedingungen bietet und stirbt dort (bitte bedenken Sie, was dies und das folgende impliziert!). Der Pilz manipuliert die Ameise so, dass sie sich auf verschiedenen Oberflächen wie Blattunterseiten oder Rinden festbeißt. Dieses Verhalten wird als erweiterter Phänotyp des Pilzes gedeutet, da das Festbeißen eine Ortsfixierung für den Pilz bedeutet, um optimierte Umweltbedingungen für die Fruchtkörperentwicklung zu schaffen. Der Pilz bildet nun die Fruchtkörper und neue Sporen. Die für eine Windverbreitung zu schweren Sporen fallen zu Boden, bilden dort Sekundärsporen, infizieren vorbeilaufende Ameisen und schließen so den Zyklus. Heute nimmt man an, dass über 100 bekannte Ophiocordyceps-Arten eine Vielzahl von Insekten infizieren, darunter Schmetterlinge, Motten und Käfer, und mindestens 35, die ihre Wirte "kontrollieren". Schätzungen reichen bis zu mehr als 600 Arten, die darauf warten, beschrieben zu werden. 1993 erhielt Ophiocordyceps sinensis weltweite Bekanntheit, weil 2 vorher unbekannte chinesische Sportlerinnen nach der Einnahme von Ophiocordyceps sinensis-Präparaten sportliche Bestleistungen erzielten. Zikaden werden von gleich mehreren Pilzspezies befallen, die halluzinogene Wirkstoffe herstellen. Der Pilz kontrolliert den Körper der Zikaden und ihr Verhalten. Unter dem Einfluss der Substanzen, die auch in psychoaktiven Pilzen vorkommen, verlieren die Insekten Arme, Beine und ihre Genitalien. Sie sind vollkommen fremdgesteuert. Die männlichen Zombie-Zikaden paaren sich trotzdem mit allem , was ihnen begegnet, was der Verbreitung des Pilzes dient. Entdeckt wurde dies kürzlich von dem Biologen Greg Boyce von der West Virginia University. Drosophilae Zombies erzeugt eine weitere Pilzart. Der Pilzparasit, der aus einem Horrorfilm entsprungen sein könnte, infiziert Fliegen, ernährt sich langsam von innen von ihnen und manipuliert sie dann auf unheimliche Weise, damit sie zu einer bestimmten Tageszeit eine Reihe bestimmter Verhaltensweisen zeigen, die damit enden, dass sie eine für den Pilz nützliche Pose einnehmen , bevor sie sterben. Der Chinesische Raupenpilz (Ophiocordyceps sinensis), auch tibetischer Raupenpilz oder tibetischer Raupenkeulenpilz, ist ein Schlauchpilz, der in der traditionellen chinesischen Medizin eine Rolle spielt. Der Pilz wächst innerlich aus dem Kopf von Raupen der Gattung Thitarodes, die zur Schmetterlingsfamilie der Wurzelbohrer gehört. Die gestielten, keulenförmigen, frisch 5–15 cm hohen, braunen Sammelfruchtkörper (Stromata) wachsen im Frühjahr zur Erdoberfläche Unter den Kernkeulen finden sich einige bemerkenswerte Exemplare. Unter dem unscharfen Begriff Kernkeulen werden einige parasitisch lebende Pilze zusammengefasst, die zu den Ascomyceten (Schlauchpilzen) zählen. Sie parasitieren neben anderen Pilzen (Trüffeln) Insekten beziehungsweise Spinnen. Die reifen Sporen der Pilze treiben in der Luft, von wo aus die Wirte infiziert werden. Dort breitet sich der Pilz anschließend aus, wobei der Wirt innerhalb weniger Tage getötet wird. Insekten sind dann vollständig von dem Mycel durchzogen und wirken wie mumifiziert. Danach bildet der Pilz seinen Fruchtkörper bei günstigen Bedingungen.
Vom Aussterben bedroht:
SalamanderDer Salamanderfresser (Batrachochytrium salamandrivorans) oder Bsal ist ein Hautpilz, der Salamander befällt und zum schnellen Tod der infizierten Tiere führt. Heimische Salamander sind nicht an das Vorkommen des aus Asien stammenden Pilzes angepasst. Waldbesitzer und Forstleute suchen verzweifelt Methoden, wie sie sich für den Schutz des Lurchs im Wald einsetzen können.
Chytridpilz bedroht KrötenGeburtshelferkröten
sind durch die pilzbedingten Amphibienseuche Chytridiomykose bedroht. In
höheren Lagen verenden bis zu 100 Prozent der Kröten an dieser
Krankheit.
Weltweit sind mehr als 120 Amphibienarten
in den letzten 25 Jahren ausgestorben. Rund ein Drittel der
ausgestorbenen Arten sind durch tödliche Hautinfektionen durch den
Chytridpilz ausgestorben - wissenschaftlich
Batrachochytrium dendrobatidis
und kurz "BD" genannt. Pfeilgiftfrösche atmen und nehmen Wasser durch ihre durchlässige Haut
auf. Chytrid-Pilze greifen das Keratin in ihrer Haut an und „ersticken“
sie damit effektiv, indem sie den Transport von Sauerstoff und
Elektrolyten verhindern. Das Tier ist regelrecht in eine Folie
eingewickelt – es ist von Luft und Wasser umgeben und kann trotzdem nicht
mehr atmen. Dieser Pilz hat zu katastrophalen Rückgängen und völligem
Aussterben von ganzen Populationen geführt.
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