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Senioren verlassen oftmals bereits um vier oder fünf Uhr morgens ihr
Bett. Dieses Phänomen ist im Volksmund auch unter dem Begriff „Senile
Bettflucht“ bekannt. Senile Bettflucht ist zwar vielleicht ein scherzhaft
gemeinter Terminus, steht jedoch für ein ernsthaftes Problem : der
alternde Mensch bemerkt intuitiv, dass sich etwas geändert hat, dass sich
in seinem Körper etwas regt, was da nicht hingehört. In der Stille der
Nacht fällt auf, dass ungewohntes, vielleicht sogar beängstigendes im
Körper vor sich geht. Besonders empfindsame Menschen bemerken, dass eine
stille Entzündung im Körper stattfindet. Empfindsame Menschen, die über 60
Jahre alt sind, schlafen oft sehr unruhig, wachen in der Nacht öfter auf
und werden dann plötzlich zu einer „frühaufstehenden Lerche“. Wer unter
dem Schlafmangel leidet und sein Problem mit einem Arzt abklären lassen
will, erfährt dann, dass dies ein generelles Problem alter Menschen sei
und dass man dies hinzunehmen habe. Man könne zwar einige Tests anbieten,
diese verliefen aber erfahrungsgemäß ergebnislos. Es sei vollkommen normal, dass alte Menschen
weniger Schlaf bräuchten, dass alte Menschen früher aufständen , dass mit
fortschreitendem Alter die Melatonin-Produktion abnehme. Vielleicht
noch mit der Anmerkung, dass ein extremes Absinken der
Melatonin-Produktion vor allem bei Demenz-Patienten zu beobachten sei.
Aber das läge ja hier nicht vor .
Den Menschen wird dann erklärt, eine weitere Ursache für Schlafprobleme
könnte auch auf Lichtmangel zurückzuführen sein. Ältere Menschen hielten
sich oft weniger im Freien auf, der Grund dafür sei oftmals ein
Mobilitätsverlust. Außerdem ließe ja auch die Hör- und Sehkraft im Alter
nach, sodass Abendstunden nicht mehr für Aktivitäten genutzt würden. Dann
würden ältere Menschen oft aus purer Langeweile sehr früh zu Bett gehen,
ohne wirkliche Müdigkeit zu verspüren. Hierdurch würde sich die
Einschlafzeit erheblich verlängern und andererseits würde man morgens
wieder sehr früh aufwachen.
Dabei wäre eine optimale Behandlung der Grunderkrankung extrem wichtig,
da sich sonst ein Teufelskreis ergeben kann. Der Schlafmangel, der aus der
Erkrankung resultiert, löst nämlich bei den Betroffenen ein zusätzliches Unwohlsein
aus, wodurch wiederum die Abwehrkräfte herabgesetzt werden. Dadurch können
sich die Symptome verstärken oder neue Erkrankungen auftreten.
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